Sushimob ist die Band der Stunde!
Na endlich. Da ist sie, die Band, die Frankfurt aus seiner popmusikalischen Lethargie rütteln kann. Denn seit Jahren ist es keiner Band aus der Mainmetropole mehr gelungen, überregional für Aufmerksamkeit zu sorgen. Das könnte mit dem Trio “Sushimob” anders werden: das Cover ihres bei dem Berliner Label “waggle-daggle records” erschienenen Debüts “the controls and their function” ziert ein junger Mann, der selbstbewusst das eigene Spiegelbild begutachtet. So ähnlich klingt auch “Sushimob”: nicht schauen, was die anderen machen. Schauen, was man aus sich selbst machen kann.
Schon das erste Stück “I Go Robot” stürmt voran. Ein düsteres, treibendes, zügelloses Stück Indie-Rock, das Unzufriedenheit und Zweifel mit rasanten Strichen in die Welt schickt. Überhaupt lassen sich “Sushimob” wenig zeit. Es gibt so viel, was man in Musik gießen muss, was man in Songs erzählen will, die - großartiges Songwriting! - bei “Sushimob” meistens Ohrwürmer sind. Kaum gehört, hat man die Refrains im Kopf. Sie sind markant und eingängig, doch nicht einfältig. “Sushimob” gelingt es wie wenigen anderen Bands aus Deutschland, international zu klingen. Es ist eine schwärmerische Leichtigkeit in diesen Songs, die etwa auch Tim Wheeler, Sänger der englischen Band “Ash” begeistert hat. “Sushimob rules!”, soll er nach einem gemeinsamen Konzert ausgerufen haben.
FAZ, 23.12.06