Ein gelungenes Werk, das musikalische Horizonte neu eröffnet.
Sushimob sind eine Formation aus der Bankenstadt Frankfurt. Das Trio sieht seine musikalische Berechtigung hauptsächlich in der Auseinandersetzung mit Emotionen wie Melancholie, Ärger, Frust, & Trauer. Auch Liebe und Selbstvertrauen gehören zum Gefühlrepertoire der Jungmusiker. Irgendwo zwischen den Strokes, Blackmail mit in einer temporären Gefühlschärfe, die man sonst nur von Interpol kennt, liegt das musikalische Zuhause von Sushimob.
Ihr Album mit dem nachdenklich stimmenden Titel “The Controls And Their Function” regt Körperfunktionen auf stimmungsvolle Art an und ist ein sensibler Begleiter für jegliche Emotionen. Würde man die einzelnen Songs in Sushi definieren, wären “Take It But Leave Me” oder “Gammabraut” in ihrer Zusammensetzung eher Maki-Sushi. Einfach in der Struktur, aber sehr geschmackvoll. Kompositionen wie “Always” oder “Costume For Kelly” verfügen eher eine musikalische Aufwand, den man von Inside-Out Kompositionen kennt. “Yes Please” und “Antiplastic” könnte man, verfolge man dieses Prinzip konsequent, dem Nigiri-Sushi zuordnen. Handgeformt und mit beeindruckendem Belag.
Aber eines ist sicher, es bedarf keiner Vorliebe für die japanischen Rollen, die von Seetang umhüllt sind, um sich von diesem Album seltsam angesprochen zu fühlen. Auch Produzent Oliver Rüger, der schon mit Emirsian zusammengearbeitete, hat das sensible Grundgefühl der Band eindrucksvoll auf Platte transportiert. Ein gelungenes Werk, das musikalische Horizonte neu eröffnet.
Wertung: Schulnote 2
Quelle: Whiskey-Soda.de

